Thailändisches Stupa-Reliquiar aus versilbertem Metall – 19. Jahrhundert
Stupa-Reliquiar aus versilbertem Metall, wahrscheinlich aus dem 19. Jahrhundert. Seine schlanke Silhouette greift eine Form auf, die von den glockenförmigen Chedis in Sukhothai und Ayutthaya überliefert ist, mit geringelter Basis und hoher Spitze. Das Objekt lässt sich öffnen, um einen Hohlraum für ein geweihtes Deposita oder kleine Reliquien freizulegen.
Seine Basis ist mit zwei unleserlichen Punzen versehen, der Säuretest bestätigt das Vorhandensein von Silber.
- Provenienz: Ehemalige Sammlung Claude de Marteau
- H 20,5 cm – Durchmesser 8 cm
- Gewicht 274 Gramm
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Thailändisches Stupa-Reliquiar: Form und Funktion
Dieses thailändische Stupa-Reliquiar, wahrscheinlich im 19. Jahrhundert gefertigt, reproduziert im kleinen Maßstab die Architektur eines buddhistischen Monuments. In Thailand wird der Stupa gemeinhin als Chedi bezeichnet: Er stellt eine der charakteristischsten Formen der religiösen Architektur des Landes dar und kann Reliquien oder verschiedene geweihte Deposita beherbergen.
Die Silhouette dieses Reliquiars ist von besonderer Eleganz. Eine breite kreisförmige Basis entwickelt sich in einer Abfolge konzentrischer, im Durchmesser abnehmender Leisten, bevor sie in einen glockenförmigen Körper übergeht. Darüber befindet sich ein kleines quadratisches Element, das von einer durchbrochenen Struktur und anschließend von einer hohen, geringelten, spitz zulaufenden Spitze gekrönt wird. Diese Konstruktion verleiht dieser wahren Miniaturpagodenarchitektur trotz ihrer geringen Abmessungen sehr schlanke Proportionen.
Das Objekt besteht aus mehreren zusammengefügten Elementen und lässt sich öffnen. Der untere Teil bildet einen inneren Hohlraum, charakteristisch für seine Funktion als buddhistisches Reliquiar. Er konnte kleine Reliquien, Asche, geweihte Fragmente oder andere religiöse Opfergaben aufnehmen. Die Schlichtheit seiner Dekoration lässt dem architektonischen Entwurf des Stupas, der durch die aufeinanderfolgenden Ringe seiner Basis und seiner Spitze rhythmisiert wird, vollen Raum.

Grundriss eines buddhistischen Stupas, organisiert um die zentrale Anda und die Harmika, einen viereckigen Pavillon, der die Spitze und manchmal die Chatravali trägt.
Ein besonders interessantes Parallelstück wird im British Museum unter der Nummer 1957,1014.1.a-b aufbewahrt. Das Museum beschreibt diesen thailändischen Stupa als ein kreisförmiges Modell mit glockenförmigem Körper, das ebenfalls kleine Säulen zwischen der Harmika und den bauchigen Ringen der Spitze aufweist. Diese recht eigenwillige Anordnung findet sich sehr deutlich an diesem Exemplar wieder und stellt einen guten Vergleichspunkt für seine thailändische Herkunft dar.
Dieser Miniatur-Stupa ist ein Stück aus der ehemaligen Sammlung Claude de Marteau; er überträgt die monumentalen Formen der thailändischen buddhistischen Architektur in ein intimes Format. Seine zerlegbare Konstruktion erinnert daran, dass es sich nicht nur um eine dekorative Darstellung handelt: Der im Inneren geschaffene Raum bewahrte ihm eine echte religiöse Funktion.





