Drei Bronzen des Khandoba als Reiter – Indien, 18. Jahrhundert
€750,00
Ensemble von drei Reiterfiguren des Khandoba aus Kupferlegierung, West-Indien, Maharashtra, 18. Jahrhundert. Ihre stilisierte Modellierung und die durch langen devotionalen Gebrauch geglätteten Oberflächen zeugen vom Volkskult dieser regionalen Erscheinungsform Shivas.
- Provenienz: Ehemals Sammlung Claude de Marteau
- Maße des größten Reiters: H 14,5 cm x L 7 cm x B 5 cm
- Gesamtgewicht: 984 g
- Wird in einem einzigen, untrennbaren Paket verkauft.
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Dieses Ensemble aus drei indischen Bronzen, die Khandoba zu Pferd darstellen, entstammt den volksreligiösen Traditionen des westlichen Dekkan, vermutlich aus Maharashtra. Die drei Statuetten folgen demselben ikonographischen Typus, weisen jedoch feine Variationen in Guss und Modellierung auf: Der reitende Gott sitzt aufrecht auf seinem Reittier, bekrönt von einer hohen konischen Kopfbedeckung, während das Pferd auf einem markanten, gestuften Rechtecksockel ruht.
Khandoba, auch Khanderaya, Malhari oder Malhari Martand genannt, ist eine in Maharashtra besonders verehrte Gottheit. Obschon er als Erscheinungsform Shivas in das hinduistische Pantheon integriert wurde, besitzt er eine stark ausgeprägte regionale Identität. Sein Erscheinungsbild ist primär das eines Kriegergottes: Er wird häufig zu Pferd dargestellt, bewaffnet mit einem Schwert und bisweilen begleitet von weiteren shivaitischen Attributen.
Khandoba, Reitergott von Maharashtra
Das Hauptzentrum seines Kultes befindet sich in Jejuri bei Pune, wo sein Heiligtum bis heute einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Maharashtras ist. Khandoba wird insbesondere von Krieger-, Bauern- und Hirtenclans als Schutzgottheit angerufen. So entwickelte sich sein Kult an der Schnittstelle zwischen shivaitischer Tradition und regionalen religiösen Praktiken, die tief in der ländlichen Gesellschaft des Dekkan verwurzelt sind.
In seiner bekanntesten Ikonographie wird Khandoba von einer seiner Gemahlinnen begleitet, meist Mhalsa, seltener Banai, die mit ihm das Reittier teilt. Einige Skulpturen stellen ihn jedoch allein dar oder vereinfachen die Nebenfiguren und Attribute erheblich. Die vorliegenden Exemplare gehören zu dieser volkstümlichen Produktion, bei der die Identifizierung eher auf der allgemeinen Silhouette des reitenden Kriegergottes, seiner Kopfbedeckung, seiner Bewaffnung und dem Votivcharakter des Bildnisses beruht als auf einem streng kodifizierten ikonographischen Programm.
Die drei Statuetten bieten zudem jeweils eine unterschiedliche Interpretation desselben Sujets. Die Pferde mit ihren schlanken, stark stilisierten Gliedmaßen sind mit einer Sparsamkeit der Mittel gestaltet, die mit der vertikalen Präsenz der Reiter kontrastiert. Die hohen Kopfbedeckungen, die Waffen und die Details des Zaumzeugs beleben die Silhouetten, während die architektonisch gegliederten Basen diesen kleinen Bronzen eine unerwartete Monumentalität verleihen.
Eine durch rituellen Gebrauch geformte Patina
Diese Figuren waren für einen religiösen oder häuslichen Kontext bestimmt, vergleichbar mit den kleinen Altären und Devotionalbronzen des Khandoba, wie man sie in Maharashtra findet. Ihr Format erlaubte die Aufstellung in einem Familienschrein oder einem rituellen Raum, wo der Gottheit Gebete und Opfergaben dargebracht werden konnten.
Diese drei Reiterfiguren des Khandoba bilden ein Ensemble, das die volkstümliche religiöse Kunst Westindiens im 18. Jahrhundert eindrucksvoll illustriert. Ihre Patina und die Abnutzung der Oberflächen stehen im Einklang mit vergleichbaren Bronzen aus der Sammlung Claude de Marteau sowie mit alten Exemplaren, die auf dem Kunstmarkt erschienen sind.











