Birmanisches Kammavaca-Ordinationsbuch
€1200,00
Birmanisches Kammavaca-Ordinationsbuch aus dem 19. Jahrhundert, vollständig, mit seinen 16 „Olles“ (Talipot- oder Latanierblätter) und 2 Deckeln (Ais).
- Provenienz: Nachlass des Sammlers und Kunsthändlers Claude de Marteau. Verkauf mit Zertifikat.
- Sehr guter Erhaltungszustand. Sehr seltene Gebrauchsspuren.
- L 56 cm x B 11 cm x H 4,5 cm
- Einige Exemplare verfügbar.
4 im Geschäft erhältlich
Birmanisches Kammavaca – Buddhistisches Ordinationsbuch und Verdienstobjekt in Birma
Dieses Kammavaca-Manuskript des Theravāda-Buddhismus versammelt Ritualtexte aus dem Vinaya Piṭaka, die insbesondere bei mönchischen Ordinationszeremonien verwendet werden. Der Text ist handgeschrieben in Pali, in einer quadratischen birmanischen Schrift, der sogenannten „Tamarindkern-Schrift“, die mit schwarzem Lack auf Palmblätter aufgetragen wurde. Die Blätter sind mit Blattgold vergoldet und zwischen zwei Buchdeckeln aus lackiertem Holz (Ais) befestigt.

Der Text in Pāli, in quadratischer birmanischer „Tamarindkern-Schrift“, mit schwarzem Lack geschrieben
In der birmanischen buddhistischen Tradition stellen das Kopieren und Schenken religiöser Texte ebenfalls verdienstvolle Taten dar. Der Reichtum des Dekors eines Kammavaca ist daher nicht nur ornamentaler Natur: Der Lack, die Vergoldung und die Sorgfalt bei der Ausführung tragen zum spirituellen Wert der Opfergabe bei. Diese Manuskripte wurden insbesondere einem Kloster anlässlich des Eintritts eines Jungen in das Klosterleben als Novize und später bei seiner Ordination in den Sangha, die Gemeinschaft der Mönche, geschenkt. Die Initiation des Novizen, bei der das Kind symbolisch seinen weltlichen Status aufgibt, stellt traditionell einen wichtigen Moment für die Familie und eine Gelegenheit dar, Verdienste anzuhäufen. Darin ist zu lesen, dass die Stifter die schützenden Nats und die Menschen dazu einladen, ihre verdienstvollen Taten zu würdigen.
Birma, Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein vergleichbares Exemplar aus Elfenbein wird im Musée Guimet aufbewahrt ( Inv. BG83700 ) und ein weiteres, streng identisches und auf 1929 datiertes Exemplar befindet sich im British Museum.
Siehe auch unsere Auswahl an Skulpturen und Objekten des Theravada-Kultes.








