Birmanisches Kammavaca-Ordinationsbuch
Birmanisches Kammavaca-Ordinationsbuch aus dem 19. Jahrhundert, vollständig, mit seinen 16 „Olles“ (Talipot- oder Latanierblätter) und 2 Deckeln (Ais).
- Herkunft: Nachlass des Sammlers und Kunsthändlers Claude de Marteau
- Verkauft mit Herkunftsnachweis.
- Sehr guter Erhaltungszustand. Sehr seltene Gebrauchsspuren.
- L 56 cm x B 11 cm x H 4,5 cm
Verkauft
Kammavaca-Manuskript: Ritualtext und Verdienstobjekt in Burma
Die Kammavaca bestehen aus Sammlungen kanonischer buddhistischer Texte, die das monastische Leben regeln. Dieser Pāli-Begriff bezeichnet eine Sammlung von Passagen aus dem Tipitaka (Tripitaka, „Dreikorb“), dem Kanon des Theravāda-Buddhismus, die sich auf die Ordination, die Verleihung der Roben und andere grundlegende Rituale der Mönchsgemeinschaft beziehen.
Diese Manuskripte werden traditionell als Verdienstwerke in Auftrag gegeben und Klöstern gespendet, insbesondere wenn ein Sohn als Novize in den buddhistischen Orden eintritt oder die Mönchsordination erhält. Sie tragen so zur Vermittlung der Regeln und zur Kontinuität der religiösen Disziplin bei.
Der Text ist in Pāli verfasst, der kanonischen Sprache des Theravāda-Buddhismus, und in verzierten birmanischen Schriftzeichen niedergeschrieben. Diese sind als „Tamarindensamen-Schrift“ oder „Quadratschrift“ bekannt und unterscheiden sich von der üblicheren runden birmanischen Schrift. Diese präzise und strukturierte Kalligrafie unterstreicht den feierlichen Charakter des Manuskripts.
Das Werk besteht aus sechzehn beidseitig beschriebenen Holztafeln, die tiefrot lackiert, mit fein eingeschnittenen Motiven verziert und mit Blattgold veredelt sind. Diese dekorativen Elemente rahmen die Inschriften ein und zeugen von der meisterhaften Handwerkskunst birmanischer Werkstätten.
Die beiden Holzdeckel weisen noch sichtbare Reste einer Mönchsrobe auf, während eine zentrale Bohrung einst die Bindung durch einen Faden ermöglichte, der heute verschwunden ist. Dieses strukturelle Detail erinnert an den rituellen Gebrauch und die wiederholte Handhabung des Objekts im Kloster.
Als liturgisches Medium und Votivgabe zugleich verkörpert dieses Kammavaca eine Tradition, in der Schrift, rituelles Handeln und Opfergabe eine spirituelle Einheit bilden.
Siehe auch unsere Auswahl an Skulpturen und Objekten des Theravāda-Kults.









