Tonneau-Stühle – Pierre Guariche für Steiner

25,00

  • Vier Tonneau-Stühle, Pierre Guariche für STEINER, Modell „tout bois“, aus geformtem Sperrholz. Um 1954.
  • Maße: H 77 cm x 49 cm x 36 cm
  • Perfekter Zustand.
  • Ähnliches Modell abgebildet in: – Patrick Favardin, Steiner et l’aventure du design, Edition Norma, 2007, S. 62.
  • „Intérieurs. Le mobilier français 1945-1964“, Édition du Regard, 1983, Modell abgebildet S. 58.

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Pierre Guariche und der Tonneau-Stuhl

Wenn man das Werk von Pierre Guariche erwähnt, sticht der Tonneau-Stuhl sofort als eine seiner bemerkenswertesten Kreationen hervor. Als bedeutende Persönlichkeit des französischen Nachkriegsdesigns entwickelte Guariche einen Ansatz, der perfekt den Bedürfnissen seiner Zeit entsprach.

Die unmittelbare Nachkriegszeit war in Frankreich eine entscheidende Phase. Zwischen 1945 und 1960 entstanden neue Lebensstile, geprägt von der Suche nach Funktionalität und Modernität, die bereits in den 1920er Jahren erkennbar war, damals aber einer Minderheit vorbehalten blieb. Der Wiederaufbau erforderte die Deckung des Bedarfs von Haushalten in oft kompakteren Wohnungen, mit Möbeln, die an diese neuen Realitäten angepasst waren.

Während Jean Prouvé, Charlotte Perriand oder Le Corbusier sich größtenteils kollektiven Programmen widmeten, widmete sich eine neue Generation von Designern der Entwicklung hochwertiger, zugänglicher und seriell produzierter Möbel. Unter ihnen etablierte sich Pierre Guariche (1926–1995) als einer der relevantesten.

Aus einer Familie Pariser Goldschmiede stammend, absolvierte er 1949 die École Nationale Supérieure des Arts Décoratifs. Er begann im Atelier von Marcel Gascoin, stellte schnell auf dem Salon des Arts Ménagers und dem Salon des Artistes Décorateurs aus und veröffentlichte dann seine ersten Modelle. Seine Arbeit erregte die Aufmerksamkeit der Galerie MAI und anschließend der 1951 gegründeten Firma Airborne.

Für Airborne entwarf er insbesondere das Wohnprogramm „Prefacto“, ein komplettes Ensemble, das auf der Kombination von Metallrohr und Holz basierte. Er entwickelte Tische, Stühle und modulare Elemente, die den Anforderungen eines modernen, einfachen und rationalen Wohnraums gerecht werden sollten.

1951 begann er seine Zusammenarbeit mit Steiner. In diesem Kontext schuf er den Tonneau-Stuhl, zunächst 1953 in einer Aluminium- und Kunststoffversion, dann 1954 in geformtem Sperrholz. Dieses Modell stellt einen wichtigen Schritt in der Geschichte des französischen Sitzmöbels dar. Seine umhüllende Linie, seine relative Fertigungsvereinfachung und seine kontrollierten Kosten erklären maßgeblich seinen Erfolg.

Parallel dazu entwarf Pierre Guariche zahlreiche Leuchten für Pierre Disderot, die noch heute zu den bemerkenswertesten der französischen Produktion der 1950er Jahre zählen.

1954, angesichts des Umfangs der Nachfrage, schloss er sich mit Michel Mortier und Joseph-André Motte zusammen, um die ARP, das Atelier de Recherche Plastique, zu gründen. Gemeinsam entwarfen sie mehrere Möbelensembles für den Verleger Charles Minvielle, die vom Centre Technique du Bois ausgezeichnet wurden. Guariche fertigte auch Büromöbel an, bevor er 1957 künstlerischer Leiter von Meurop in Belgien wurde.

Sein Ansatz basierte auf einer klaren Idee: schöne, nützliche und für möglichst viele Menschen zugängliche Möbel zu produzieren. Er dachte die Einrichtung ganzheitlich, mit einem präzisen Gefühl für Volumen, Materialien und Verwendungszwecke. In den 1960er Jahren verlagerte sich seine Arbeit stärker auf die Innenarchitektur, mit Projekten für Büros, Geschäfte, die Station La Plagne oder das Krankenhaus von Firminy.

Anschließend wurde er beratender Architekt für mehrere Institutionen und gab seine Erfahrungen weiter, insbesondere an der École Nationale Supérieure des Arts Décoratifs in Paris und der École Supérieure d’Architecture in Tournai.

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach ihrer Entstehung behalten die Werke von Pierre Guariche ihre volle Relevanz. Der Tonneau-Stuhl ist eines der beredtesten Beispiele dafür: ein emblematisches Modell des französischen Nachkriegsdesigns, zugleich schlicht, innovativ und langlebig.

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