Nepalesische rituelle Panas-Lampe aus Bronze

650,00

Rituelle Panas-Lampe aus Bronze oder Messing, Nepal, spätes 18.–19. Jahrhundert. Sie war dazu bestimmt, einen mit Öl oder Ghee (Ghi, geklärte Butter) gespeisten Docht aufzunehmen. Ihre Silhouette vereint eine breite kreisförmige Basis, Friese aus Lotusblättern, perlbesetzte Bordüren und einen teilweise durchbrochenen Körper. Eine schöne bernsteinfarbene Patina und zahlreiche Gebrauchs- und verkohlte Butterspuren zeugen von ihrer rituellen Funktion. Dieser Lampentyp ist insbesondere mit den Newar-Traditionen Nepals verbunden.

  • H: 18,5 cm × Durchmesser Basis 14,5 cm
  • Gewicht: 1485 Gramm
  • Leichte Verformungen des Kelchs (normale Abnutzung).
  • Diese Lampe stammt aus der ehemaligen Sammlung Claude de Marteau und wird mit einer Provenienzbestätigung verkauft.

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Panas, nepalesische rituelle Lampe für Öl oder Ghee

Diese rituelle Panas-Lampe aus Bronze gehört einer alten Tradition Nepals an, in der das Licht einen wesentlichen Platz in religiösen und zeremoniellen Praktiken einnimmt. Der Begriff Panas bezeichnet eine Lampe, die dazu bestimmt ist, einen mit Öl oder Ghee, auch Ghi oder geklärte Butter genannt, gespeisten Docht aufzunehmen. Diese Lampen werden in Nepal sowohl im häuslichen Kontext als auch in Tempeln und bei verschiedenen Zeremonien verwendet.

In der Newar-Kultur des Kathmandu-Tals begleitet das Licht zahlreiche Riten und günstige Momente. Das Entzünden einer Lampe stellt zugleich eine Opfergabe und eine symbolische Geste dar: Die Flamme vertreibt die Dunkelheit und trägt zur Eröffnung des Rituals bei. Die Panas gehört somit einem Universum an, in dem sich hinduistische und buddhistische Traditionen eng berühren, besonders in der Kunst Nepals.

Eine mit Lotusblättern verzierte Bronzearchitektur

Das hier vorgestellte Exemplar besitzt eine verhältnismäßig aufwendige Konstruktion. Eine breite kreisförmige Basis sichert die Stabilität der Lampe und erhebt sich zu einem Körper, der stark durch das Dekor rhythmisiert wird. Mehrere konzentrische Register folgen aufeinander: perlbesetzte Bordüren, feine ornamentale Friese und lange, im Metall modellierte Blätter oder Lotusblätter.

Nepalesische Panas aus Bronze mit Dekor aus Lotusblättern

Der Fuß der Butterlampe, mit Lotusblättern verziert.

Der untere Teil des Schafts, leicht ausgestellt, ist von langen vertikalen Kanneluren gegliedert, die in einer Reihe kleiner Öffnungen enden. Dieses Spiel von Durchbrüchen lockert visuell ein dennoch massives Stück auf und verleiht seiner Silhouette mehr Rhythmus.

In der Mitte schafft ein balusterförmiges Element einen Übergang zwischen dem Fuß und dem oberen Teil. Dieser weitet sich erneut zu einer bedeutenden, mit Lotusblättern geschmückten Korolle, die von einer besonders ausgeprägten perlbesetzten Bordüre unterstrichen wird. An der Spitze nimmt die Schale Platz, die zur Verbrennung des Öls oder Ghees bestimmt ist.

Das Vokabular des Lotus ist nicht bloß dekorativ. Allgegenwärtig in der buddhistischen Kunst wie in der hinduistischen Ikonographie, strukturiert es hier wahrhaft die Form: Die Lampe scheint aus mehreren übereinandergelegten Korollen zusammengesetzt, die die Flamme symbolisch tragen und erheben.

Patina und Spuren ritueller Verwendung

Die Bronze bewahrt eine tiefe braune Patina, unregelmäßig, die stellenweise wärmere Töne des Metalls sowie einige Zonen grünspaniger Oxidation erkennen lässt. Die obere Schale weist ebenfalls erhebliche Abnutzung und Spuren ihrer Verwendung auf.

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Alte Panas-Tempellampe für Öl oder Ghi, deren Patina und verkohlte Zonen von wiederholter ritueller Verwendung über viele Jahre zeugen.

Diese Spuren tragen vollständig zur Lesart des Objekts bei. Im Gegensatz zu einem rein dekorativen Objekt ist die Panas dazu konzipiert, verwendet zu werden: mit Öl oder Ghee gefüllt, mit einem Docht versehen und dann im Verlauf des Rituals entzündet.

Die Wiederholung der Ornamente, die Stärke des Metalls und das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Teilen verleihen dieser Lampe eine besonders starke Präsenz, selbst wenn sie nicht entzündet ist. Sie stellt ebenso ein funktionales Objekt wie ein wahrhaftes Stück bearbeiteten Metalls dar, das zu den alten Bronzen Tibets und Nepals gehört.

Panas und Hawadar Panas

Einige vergleichbare nepalesische Exemplare, insbesondere große Bronzelampen mit durchbrochenen Partien, werden manchmal als „Hawadar Panas“ bezeichnet. Diese Bezeichnung ist jedoch wesentlich weniger dokumentiert als der generische Begriff Panas. Die Form, das Lotusdekor, die obere Schale und die durchbrochene Ausführung ermöglichen es dennoch, dieses Exemplar dieser spezifischen Familie nepalesischer Tempellampen zuzuordnen.

Diese nepalesische Panas-Lampe stellt ein besonders eindrucksvolles Zeugnis der rituellen Künste des Himalaya dar, sie ist davon buchstäblich durchdrungen. Es handelt sich nicht um ein dekoratives Objekt, sie hat eine Flamme getragen, Öl oder Ghee empfangen und rituelle Gesten über Jahrzehnte begleitet. Ihre abgenutzte Bronze, ihre Lotusdekore und ihre kraftvolle Silhouette erzählen noch heute von dieser Funktion und verleihen dem Stück eine Präsenz, die man unmittelbar spürt.

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