Gevaert-Gevacolor Werbeleuchte
Gevacolor – Gevaert Film, Theken-/Auslagenlampe aus Plexiglas, aus den 1950er oder 1960er Jahren. 1947 von Gevaert lanciert, bezeichnet Gevacolor dessen Farbfilme für Fotografie und Kino; die Produktlinie unter der Marke Gevaert verschwindet allmählich gegen 1966. Der auf der Rückseite erhaltene Steuerstempel, ein Typ, der Anfang der 1940er Jahre aufkam, mais utilisé au-delà , est compatible avec cette datation. Direkt darüber befindet sich noch das Herstelleretikett der Établissements Artplex.
Diese Gevacolor-Werbelampe fügt sich in die Geschichte der kommerziellen Kommunikation von Gevaert ein, einem bedeutenden belgischen Unternehmen für fotografische Produkte. Das Fotomuseum Antwerpen (FOMU), das die historischen Archive von Agfa-Gevaert verwahrt, besitzt unter anderem ein auf 1960 bis 1964 datiertes Gevacolor-Leuchtschild (Inventarnummer 2022/2), das die Verwendung beleuchteter Werbeträger zur Markenförderung belegt.
- L 25 CM x T 11 CM x B 11 CM
- Die Elektrifizierung wurde von unserem Restaurator getestet und geprüft.
Verkauft
Gevaert und die Entstehung einer eigenständigen Werbeidentität
Ab den 1950er Jahren verschärft sich der internationale Wettbewerb zwischen den großen Herstellern fotografischer Produkte wie Kodak, Agfa, Fuji, Ilford und Gevaert zunehmend. Das belgische Unternehmen räumt der Werbung, der Verpackung seiner Produkte sowie dem Aufbau einer unmittelbar wiedererkennbaren visuellen Identität fortan einen immer größeren Stellenwert ein.
Die Werbeabteilung von Gevaert entfaltet vielfältige Initiativen: illustrierte Kalender, fotografische Handbücher, Vorführmaterial für Händler, Teilnahme an bedeutenden internationalen Ausstellungen sowie der Ankauf von Fotografien renommierter Autoren, um die Leistungsfähigkeit ihrer Filme und Papiere herauszustellen.
Gevaert entwickelt zudem eigene Publikationen. Auf die von 1938 bis 1951 herausgegebene Zeitschrift Gevaert Foto-Dienst folgt Fotorama, erschienen von 1952 bis 1958, mit Ratschlägen und Informationen sowohl für Berufsfotografen als auch für Amateure.
Diese Strategie begleitet den Aufbau einer eigenständigen Markenidentität. Wie ihre wichtigsten Konkurrenten setzt Gevaert zunehmend auf eine charakteristische Farbe: Gelb wird untrennbar mit Kodak verbunden, Grün mit Fuji, während Gevaert ein markantes Orange-Rot wählt. Diese Farbe findet sich auf zahlreichen Verpackungen, Displays und Werbeträgern, die an Fotogeschäfte verteilt wurden.
In diesem Kontext entstehen die beleuchteten Gevaert-Werbeschilder und -Objekte für die Theken von Fotografen und Händlern. Mehr als nur ein dekoratives Objekt trugen sie direkt zu dem Bestreben bei, die Marke am Verkaufsort sofort erkennbar zu machen.
Von Gevaert zu Agfa-Gevaert
Gevaert erreicht 1964 seinen Höhepunkt: In diesem Jahr beschäftigt das Unternehmen rund 9.000 Mitarbeiter, darunter mehr als hundert Forscher. Im selben Jahr erfolgt die Fusion zwischen Gevaert Photo-Producten und Agfa AG.
Das neue Unternehmen trägt zunächst den Namen Gevaert-Agfa, bevor es 1971 in Agfa-Gevaert umbenannt wird. Sein Kapital wird dann zwischen der Holding Gevaert und Bayer aufgeteilt. 1981 wird Bayer alleiniger Aktionär, nachdem der Konzern den Anteil von Gevaert übernommen hat.
Ab den 1980er und 1990er Jahren ist die Entwicklung des Unternehmens vor allem durch den Übergang zur digitalen Bildgebung, zur Bildverarbeitung sowie zu Anwendungen für die grafische und medizinische Industrie geprägt.
Diese Werbelampe gehört somit zu einer besonders interessanten Epoche der Gevaert-Geschichte, als der belgische Hersteller seine Identität gegenüber den großen internationalen Fotokonzernen zu behaupten suchte. Als funktionales Objekt ebenso wie als Kommunikationsträger zeugt sie vom goldenen Zeitalter der Fotogeschäfte und ihrer heute weitgehend verschwundenen Thekenwerbung.
Diese Werbelampe gilt heute als ein echtes Stück fotografisches Memorabilia. Sie zeugt von der visuellen Welt der alten Fotogeschäfte, ihrer Theken, Schaufenster und Werbeträger. Diese Objekte der Point-of-Sale-Werbung sind heute sowohl bei Liebhabern alter Fotografie als auch bei Sammlern von Werbe-Memorabilia und historischen Markenschildern begehrt.











