Firstverzierung: Chofa Garuda

Giebelaufsatz, genannt Tempel-Chofa, je nach Interpretation „Garuda“ (Sanskrit: Adler), Reittier des Gottes Vishnu, oder „Hong/Hamsa“ (Thai: Hong / Sanskrit: Hamsa), der mythische Vogel bzw. Schwan/Gans, das Reittier (vâhana) des Gottes Brahma.

  • Geschnitztes Holz, Reste roter und goldener Polychromie (Farben Brahmas). Thailand oder Myanmar, Ende 19. Jh. / Anfang 20. Jh.
  • Größe des Chofa ohne Sockel: 140 cm
  • Der Sockel ist aus weißem oder schwarzem Stahl und die Neigung des Chofas ist einstellbar.
  • Provenienz: Nachlass des Sammlers und Kunsthändlers Claude de Marteau.
  • Verkauft mit Herkunftsnachweis.

Verkauft

Der Chofa, ein Symbol der sakralen Architektur Südostasiens

Der Chofa ist eines der charakteristischsten Elemente der religiösen Architektur Südostasiens, vor allem in Thailand und in Myanmar. Am Ende der Giebel aufgerichtet, markiert er das Zusammentreffen der Dachlinien und verleiht den Tempeln ihre schlanke Silhouette. Weit mehr als ein bloßes Ornament prägt er die spirituelle Identität des Bauwerks, indem er Schutz und das Emporsteigen zur Himmelswelt symbolisiert.

Seine Ikonografie ist unter Fachleuten noch immer Gegenstand von Diskussionen. Einige erkennen darin Garuda, den göttlichen Vogel, der mit Vishnu verbunden ist, während andere ihn als Hong bzw. Hamsa (Sanskrit) identifizieren, den mythischen Vogel, der Brahma zugeordnet wird. Diese Figuren, tief in hinduistischen Traditionen verwurzelt und später in die buddhistische Kunst integriert, lassen sich mit der Symbolwelt der Tempel in Verbindung bringen, in denen die Buddha-Statue oft eine zentrale Rolle einnimmt.

Detail des antiken Chofa Garuda aus der Sammlung Claude de Marteau

In diesem Detail des Chofa sind noch Garudas Augen sowie seine Vergoldung, vermischt mit Pigmenten, zu erkennen.

Chofas wurden von spezialisierten Handwerkern gefertigt und auf den Dächern der prestigeträchtigsten Gebäude religiöser Anlagen angebracht. Ihre schlanke Silhouette, betont durch eine dynamische Krümmung, ließ die schweren Dachstühle optisch leichter wirken und unterstrich zugleich den sakralen Charakter der Architektur.

Aus der Sammlung Claude de Marteau stammend, ist dieses Ornament ein bemerkenswertes Zeugnis der sakralen Architektur Südostasiens und der Beständigkeit künstlerischer Traditionen, die die buddhistische Welt mit dem hinduistischen Erbe verbinden.

 

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