Safari Sessel in Cognac Leder von Wilhelm Kienzle
€1800,00
- Safari-Sessel von Wilhelm Kienzle, Schweizer Edition Wohnbedarf, Anfang der 1950er Jahre.
- Gestell aus heller Eiche, Sitz, Rückenlehne und Armlehnen aus dickem Leder mit Sattlernaht. Rückenlehne mittels Flügelschraube verstellbar.
- Die Holzteile wurden gereinigt, geschliffen und lackiert. Das Leder wurde in mehreren Schritten gereinigt und gepflegt, wodurch eine tiefe, gleichmäßige Cognac-Patina zum Vorschein kam.
- Maße: H 82 cm × B 54 cm × T 65 cm.
- Sitzhöhe: 36 cm.
- Hinweis: Leichter Kratzer am Lederriemen der rechten Armlehne (siehe Fotos).
1 im Geschäft erhältlich
Der Safari-Sessel von Wilhelm Kienzle, eine zerlegbare Struktur mit genialem Prinzip
1928 von Wilhelm Kienzle entworfen, ist der Safari-Sessel Teil eines funktionalen Ansatzes für modernistische Möbel. Ein Exemplar befindet sich in der Sammlung des Vitra Design Museums in Weil am Rhein und zeugt vom Interesse an diesem Modell in der Designgeschichte des 20. Jahrhunderts. Das Prinzip basiert auf einer Massivholzstruktur in Kombination mit Lederelementen, wobei jede Komponente direkt zur Stabilität des Ganzen beiträgt.
Der Sessel zeichnet sich durch sein zerlegbares Konstruktionssystem aus. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen starren Struktur werden die Holzelemente durch die vom Leder ausgeübte Spannung gehalten. Sitzfläche und Rückenlehne aus dickem, vernähtem Leder nehmen die Traversen auf, die für Stabilität sorgen, während seitliche Riemen die Belastungen abfangen. Die Rückenlehne ist beweglich, und die Lederarmlehnen sind mit Metallbeschlägen befestigt, was Flexibilität und Halt vereint.
Dieses Prinzip ist von Feldsesseln des 19. Jahrhunderts inspiriert, insbesondere aus dem britischen Kolonialkontext, die Kienzle in London beobachten konnte. Leicht, zerlegbar und einfach zu transportieren, erfüllt der Sessel präzise Nutzungsanforderungen und entwickelt gleichzeitig eine klare, schlichte Formsprache.
In der Nachkriegszeit erlebte dieser Sitztyp ein erneutes Interesse, insbesondere durch Schweizer Produktionen. Er verkörpert eine freiere, weniger formelle Art des Wohnens, bei der Möbel Nutzen, Mobilität und konstruktive Einfachheit in den Vordergrund stellen.
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