Sakrale Figur eines rituellen Zickleins, Indien
Rituelle Figur eines Ziegenbocks, aus polychromem Holz geschnitzt, mit einer schönen Gebrauchspatina und zahlreichen sukzessiven Übermalungen.
- Indien, erste Hälfte des 20. Jahrhunderts.
- Provenienz: Nachlass des Händlers und Sammlers Claude de Marteau.
- B 54 CM X T 18 CM X H 25 CM
Verkauft
Kraft, Männlichkeit und Reittiere der Götter
In der Tradition und Mythologie indischer Skulpturen kommt der Ziege und dem Ziegenbock eine reiche symbolische Bedeutung zu, die sowohl in der hohen Philosophie als auch in volkstümlichen und agrarischen Kulten zum Ausdruck kommt; dabei verkörpern der Ziegenbock und der Widder (Mesha) im Wesentlichen wilde Vitalität, rohe Kraft, Ausdauer sowie Männlichkeit und dienen zudem zwei spezifischen Gottheiten als Reittiere:

Der Ziegenbock ist mit einem rituellen, verzierten Sattel angeschirrt, was ihn als Fahrzeug (Vahana) ausweist.
Der Gott des Opferfeuers, Agni, nutzt traditionell den Widder oder den Ziegenbock als Reittier (Vahana), wobei das Tier die feurige Energie und die für die Aktivierung des Lebens unerlässliche Zeugungskraft symbolisiert; zudem ist der Widder oder Ziegenbock die Gestalt, die König Daksha nach seiner Unterwerfung unter Shiva annahm.
Die Göttin Kali: In bestimmten Kultformen, insbesondere in tantrischen und lokalen Traditionen, wird die Göttin Kali zuweilen mit dem Ritt auf einem schwarzen Ziegenbock assoziiert, was das Tier mit den Kräften der tiefgreifenden Transformation und der Überwindung des Egos verbindet.
Eine weitere rituelle Ziegenskulptur, die mit der Vahana-Tradition verbunden ist, steht ebenfalls zum Verkauf.








