Durchbrochen geschnitztes Holzpaneel – Südindien
€480,00
Durchbrochen geschnitztes Holzpaneel aus Südindien mit Figurendekor, das eine erzählende Szene der hinduistischen Ikonografie darstellt. Tamil Nadu oder Karnataka, Anfang des 20. Jahrhunderts.
- B 98 cm × T 4 cm × H 19 cm (ohne Sockel).
- H mit Sockel: 28 cm.
- Sockel im Lieferumfang enthalten: B 32 cm × T 9 cm × H 4 cm.
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Durchbrochen geschnitztes Paneel und die Tradition des Architekturholzes in Südindien
Dieses durchbrochen geschnitzte Holzpaneel aus Tamil Nadu oder Karnataka illustriert die dekorativen Traditionen der südindischen Architektur um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert. Sein erzählendes Dekor, das mit der hinduistischen Ikonografie verbunden ist, fügt sich in ein ornamentales Vokabular ein, das religiöse Symbolik, Schutzwesen und architektonische Holzbearbeitung vereint.
Durch sein Querformat und sein tief geschnitztes Dekor lässt sich dieses Werk mit architektonischen Elementen vergleichen, die für traditionelle Wohnhäuser in Tamil Nadu gefertigt wurden, insbesondere in der Region Chettinad, die für ihre prächtigen geschnitzten Holzverkleidungen an Türen, Türstürzen, Paneelen und Gebälkelementen bekannt ist.
Die Kunst der Holzschnitzerei in Indien entwickelte sich über Jahrhunderte hinweg durch eine Tradition, die handwerkliche Meisterschaft, religiöse Symbolik und architektonisches Dekor vereint. Ihre Ursprünge reichen bis in die großen antiken Zivilisationen Indiens zurück, insbesondere in die Maurya- und Gupta-Zeit, in denen geschnitztes Holz bereits Tempel, Paläste und aristokratische Residenzen schmückte.
Architektonische Elemente wie Türen, Pfeiler, Türstürze oder geschnitzte Paneele nahmen einen wesentlichen Platz in der Ornamentik von Sakral- und Wohnbauten ein. Die Holzschnitzerei erlebte im Mittelalter eine bedeutende Entwicklung, insbesondere in Regionen wie Karnataka oder Tamil Nadu, wo Handwerker und Bildhauer komplexe Dekore schufen, die Gottheiten, florale Motive, heilige Vögel und Fabelwesen miteinander verbanden.
Teakholz und andere dichte, insekten- und feuchtigkeitsresistente Hölzer wurden weit verbreitet verwendet, was die Erhaltung zahlreicher alter Exemplare bis heute erklärt. Nach der Kolonialzeit und bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts nahmen diese Schnitztraditionen weiterhin einen wichtigen Platz in der Wohn- und Sakralarchitektur Südindiens ein.
Provenienz: Ehemalige Sammlung Claude de Marteau





