Roger Landault

Roger Landault gehört zu dieser jungen modernistischen Generation, die sich von den älteren Generationen durch einen weniger dogmatischen Ansatz unterscheidet. Anstatt eine einzige Idee bis zum Ende zu verteidigen, begleitete er die schnellen Entwicklungen des Designs und des Lebensstils der Nachkriegszeit.

Er begann seine Arbeit im Stil „1940“ im Studium du Louvre, bevor er seinen Weg in die Serienproduktion mit dem Unternehmen ABC fand. Er ist mit verschiedenen Materialien vertraut und wechselt mit Leichtigkeit von Holz zu Metall.

Ab 1945 war seine Arbeit Teil des Wiederaufbaus (Commission du meuble de France), aber erst 1953 nahm seine soziale Dimension wirklich Gestalt an: er entwarf eine Reihe von Möbeln für ein Sozialwohnungsprojekt in Le Pecq, die in Le Décor d’Aujourd’hui veröffentlicht wurde. Er zögerte nicht, sich von anderen Designern – Gascoin, Robin Day, Hauville… – inspirieren zu lassen, um sein eigenes modernes Vokabular zu entwickeln.

Das Jahr 1954 markiert einen ersten Wendepunkt: Sein Set „Junior“, das von ABC herausgegeben und zu einem erschwinglichen Preis verkauft wurde, erhielt den zweiten Preis beim MRL-Wettbewerb. Hier findet sich bereits eine seiner ersten Signaturen: ein gebogenes Gesims, das seine Möbel sofort identifiziert.

1955 entwickelte er eine neue standardisierte Serie – später „Dakar“ genannt -, die sich durch ein überhängendes Gesims mit Einkerbungen auszeichnet, das so gestaltet ist, dass es leicht mit den Seitenwänden verbunden werden kann. Diese „ABC-Möbel“ wurden mit dem René Gabriel-Preis ausgezeichnet und gehörten zur Ausstattung einer typischen 5-Zimmer-Wohnung in dem von Jean Dubuisson gebauten „Ceinture verte“.

Landault erkannte früh die Grenzen eines Rationalismus, der zur Formel und nicht mehr zum Projekt wurde. Als die Standardisierung die formalen Möglichkeiten verarmte, entschied er sich für die Idee einer „Signaturlinie“, einer persönlichen grafischen Note, die seine Möbel auszeichnet und gleichzeitig kostengünstig bleibt.

Diese Geste ist ein Echo auf die Architekten von Sozialwohnungen aus der gleichen Zeit, die ebenfalls versuchten, Gebäude mit identischen Strukturen durch subtile Variationen von Volumen und Fassaden zu individualisieren. Das Design von Landault steht somit im Dialog mit der Architektur seiner Zeit: ein pragmatischer Modernismus, bei dem das Stilzeichen zum möglichen Ausdrucksraum inmitten der Einschränkungen wird.

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