Mario Bellini

Mario Bellini, geboren 1935 in Mailand, zählt zu den prägenden Persönlichkeiten des italienischen Designs der zweiten Hälfte des 20 Nach seinem Abschluss am Politecnico di Milano im Jahr 1959 entwickelte er bereits in den 1960er Jahren einen interdisziplinären Ansatz, der Architektur, Möbeldesign, Industriedesign und Szenografie miteinander verband

Prägender Architekt und Designer des zeitgenössischen italienischen Designs

Mario Bellini, 1935 in Mailand geboren, zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des italienischen Designs der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nach seinem Abschluss am Politecnico di Milano im Jahr 1959 entwickelte er ab den 1960er Jahren einen interdisziplinären Ansatz, der Architektur, Möbeldesign, Industriedesign und Ausstellungsgestaltung miteinander verbindet.

Seine Arbeit zeichnet sich durch eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit Materialien, Komfort und Modularität aus. Mario Bellini prägte die Entwicklung des italienischen Designs in den 1960er und 1970er Jahren entscheidend mit – einer Zeit, die durch neue industrielle Fertigungsverfahren und einen tiefgreifenden Wandel der Wohnräume geprägt war.

Ab 1963 arbeitete er eng mit Olivetti zusammen, für das er mehrere Geräte entwarf, die zu Ikonen des italienischen Industriedesigns wurden, darunter die Divisumma-Rechenmaschinen und das Videoterminal TCV-250, die heute in den Sammlungen des MoMA in New York vertreten sind.

Eine der begehrtesten Kreationen von Mario Bellini ist das modulare Sofa „Camaleonda“.

Parallel zu seiner Tätigkeit als Industriedesigner entwarf Mario Bellini mehrere bedeutende Sessel, Sofas und Vintage-Möbel für C&B Italia und später B&B Italia, darunter die Kollektionen „Camaleonda“, „Le Bambole“, „Amanta“ und „Gli Scacchi“. Diese Entwürfe trugen dazu bei, italienische Lounge-Möbel durch niedrigere, weichere und modularere Formen neu zu definieren.

Das Sofa „Le Bambole“, ein ikonischer Entwurf von Mario Bellini für B&B Italia, entwickelte sich zu einer Referenz des italienischen Designs der 1970er Jahre.

Seine Vintage-Sessel und modularen Sofas zählen heute zu den begehrtesten Entwürfen des italienischen Designs der 1970er Jahre. Bellinis Arbeit zeichnet sich durch besondere Aufmerksamkeit für großzügige Volumen, tiefe Sitzflächen und neue industrielle Materialien aus, die im zeitgenössischen Möbeldesign eingesetzt wurden.

Sein Schaffen beschränkt sich jedoch nicht auf Möbel. Bellini entwarf auch Leuchten, elektronische Geräte, Audiosysteme, Automobile und Ausstellungsräume für zahlreiche italienische und internationale Unternehmen wie Cassina, Vitra, Yamaha, Renault, Artemide und Flos.

Ab den 1980er Jahren widmete er sich verstärkt der Architektur. Zu seinen Projekten zählen unter anderem die Abteilung für Islamische Kunst im Louvre in Paris, das Tokyo Design Center, das Kongresszentrum in Mailand sowie mehrere Kultur- und Geschäftsgebäude in Europa, den Vereinigten Staaten und Asien.

Mario Bellini wurde achtmal mit dem Compasso d’Oro ausgezeichnet und zählt heute zu den einflussreichsten italienischen Designern seiner Generation. Fünfundzwanzig seiner Entwürfe befinden sich in den ständigen Sammlungen des Museum of Modern Art in New York, das ihm bereits 1987 eine bedeutende Retrospektive widmete.

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