Großes Sideboard von William Watting für Fristho – 1950er Jahre
Sideboard, entworfen von William Watting für Fristho, Niederlande um 1960. Korpus aus Teak, Schiebetüren mit Bast oder Rattan kaschiert, Füße aus massivem Messing.
- Die Seiten sind gewölbt, die linke weist eine (diskrete) Restaurierung aus der Zeit auf, siehe Foto.
- Das Möbelstück wurde von unserem Restaurator vollständig überholt, sehr guter Zustand.
- B 260 CM X H 85,5 CM X T 47,5 CM
- Nutzbare Tiefe 40 CM
- Nutzbare Höhe der Schubladen: 5/11/12 CM
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Großes modernistisches Sideboard von William Watting für Fristho
Diese große Anrichte wurde in den 1950er-Jahren vom amerikanisch-dänischen Designer William Watting für den niederländischen Hersteller Fristho entworfen und veranschaulicht die Einführung skandinavischer Einflüsse in das niederländische Nachkriegsdesign. Fristho zählte damals zu den wichtigsten Herstellern modernistischer Möbel in den Niederlanden und übernahm in dieser Zeit den Slogan „No.1 in Nordic design“, der die Ausrichtung auf vom skandinavischen Modernismus inspirierte Möbel klar unterstreicht.
Das Modell zeichnet sich durch seine besonders horizontalen Proportionen, seine geschwungenen Enden sowie durch die Qualität seiner Furnierarbeit und seiner Messingdetails aus. Diese leicht organischen Linien gehören zu den charakteristischsten Merkmalen der Entwürfe, die William Watting in den 1950er Jahren für Fristho entwickelte.
William Watting, ein aus Amerika stammender Designer, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Dänemark niederließ, war an der Entwicklung der ersten modernistischen Kollektionen von Fristho beteiligt, die unter den Bezeichnungen „Modern Art“ oder „Modernord“ bekannt wurden. Diese Serien waren stark vom skandinavischen Möbeldesign dieser Zeit beeinflusst. Mehrere Quellen erwähnen auch eine teilweise modulare oder auf Bestellung gefertigte Produktion, je nach den Innenräumen, für die die Möbel bestimmt waren.
Dieses Sideboard gehört zu einer Schlüsselperiode des niederländischen Designs, in der Fristho dazu beitrug, eine leichtere, horizontalere und architektonischere modernistische Formensprache einzuführen als die traditionellen Nachkriegsproduktionen. Diese Entwicklung setzte sich anschließend mit Gestaltern wie Kho Liang Ie oder Wim Crouwel fort, die in den folgenden Jahrzehnten zur modernistischen Identität des Herstellers beitrugen.
Dieses Möbel bewahrt eine besonders architektonische Präsenz dank seiner langen horizontalen Ausdehnung, verstärkt durch seine Schiebetüren, sein Messinggestell sowie durch das Gleichgewicht zwischen geschlossenen Flächen, runden Griffen und abgerundeten Volumen.
- Bibliographie: „FRISTHO Vooruitstrevende Meubelen 1921-1978“ Bert Looper, Bornmeer Gorredijk 2014.













