Pierre Guariche – Französischer Designer (1926–1995)

Pierre Guariche – Französischer Designer (1926–1995)

Pierre Guariche (1926–1995) gilt als eine der prägenden Figuren des französischen Nachkriegsdesigns. Ausgebildet an der École nationale supérieure des Arts Décoratifs in Paris, steht er in der Tradition der Prinzipien des Wiederaufbaus an der Seite von René Gabriel und Marcel Gascoin und bevorzugt einen rationalen Ansatz für Möbel, der auf Serienproduktion und zeitgemäße Nutzungen ausgerichtet ist.
Die Möbel und Leuchten von Pierre Guariche
Bereits zu Beginn der 1950er-Jahre entwickelt Pierre Guariche ein eigenständiges Werk und arbeitet zugleich mit den wichtigsten französischen Verlegern zusammen. Für Steiner, Airborne oder Huchers-Minvielle entwirft er heute ikonische Sitzmöbel, geprägt durch den Einsatz leichter Strukturen und die frühe Erforschung von formverleimtem Sperrholz.

Parallel dazu beteiligt sich Pierre Guariche an der Erneuerung der Leuchte, an der Seite von Gestaltern wie Serge Mouille oder Jacques Biny. Mit dem Verlag Disderot entwickelt er ein stimmiges Leuchtenprogramm für die unterschiedlichen Bereiche des modernen Wohnens. Seine Arbeit zeichnet sich durch besondere Aufmerksamkeit für die Lichtqualität aus, mit Lösungen, die Direkt-, Indirekt- und Diffuslicht kombinieren.

1954 gründet Pierre Guariche gemeinsam mit Michel Mortier und Joseph-André Motte das Atelier de Recherches Plastiques (ARP). Aus ihrer Zusammenarbeit entstehen innovative Möbelprogramme für die Serienproduktion, insbesondere multifunktionale modulare Systeme, die großen kommerziellen Erfolg haben und zur Entwicklung des Wohnmöbels beitragen.

Ab den 1960er-Jahren richtet er seine Tätigkeit auf Innenarchitektur aus. Guariche wird künstlerischer Leiter des belgischen Herstellers Meurop, für den er eine zugängliche und stimmige Serienmöbelproduktion entwickelt. Zudem realisiert er mehrere Großprojekte, darunter die Ausstattung der Maison de la Culture in Firminy nach Plänen von Le Corbusier sowie verschiedene öffentliche Einrichtungen im Département Essonne.

Die Arbeit von Pierre Guariche folgt einem ganzheitlichen Ansatz – von Möbeln bis zu Räumen – mit konstantem Augenmerk auf Proportionen, Nutzung und die Lesbarkeit der Formen. Sein Vokabular entwickelt sich in den 1960er-Jahren weiter, mit der Einführung sichtbarer Metallstrukturen und strafferer Linien.

Parallel zu seiner Tätigkeit als Designer und Innenarchitekt lehrt Pierre Guariche an der Architekturschule in Tournai sowie an der École nationale supérieure des Arts Décoratifs (ENSAD) und trägt zur Vermittlung eines Designverständnisses bei, das auf Strenge und Funktionalität beruht.

Das Gesamtwerk von Pierre Guariche zeugt von einem konstanten Bestreben, industrielle Produktion, Gebrauchswert und Strenge zu vereinen. Pierre Guariche bleibt bis heute eine zentrale Referenz des französischen Designs des 20. Jahrhunderts.

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